Scientology feiert 35 Jahre in Ungarn

Hunderte Scientologen kamen in Budapest zusammen, um das 35-jährige Bestehen von Scientology in Ungarn und zehn Jahre seit der Eröffnung der Kirche an der Váci-Straße zu feiern. Das Jubiläumsprogramm umfasste einen Gottesdienst, Live-Musik sowie einen Rückblick auf die religiösen, sozialen und interreligiösen Aktivitäten der vergangenen Jahre.

Die Scientology-Kirche an der Váci-Straße wurde am 23. Juli 2016 im XIII. Bezirk von Budapest eröffnet. David Miscavige, kirchliches Oberhaupt der Scientology-Religion, leitete die damalige Einweihung, an der Scientologen und Gäste aus Ungarn sowie weiteren mittel- und osteuropäischen Ländern teilnahmen.

Die Geschichte der ungarischen Scientology-Gemeinde reicht bis in die ausgehenden 1980er Jahre zurück. Tamás Nagy lernte Scientology in Zürich kennen, Kornél Varga kam in Stuttgart mit der Religion in Kontakt. Nach ihrer Rückkehr nach Ungarn beteiligten sie sich am Aufbau der Gemeinde. 1991 wurde die Scientology-Kirche in Ungarn offiziell gegründet.

Religiöses Zentrum und Treffpunkt in Budapest

Das sechsstöckige Gebäude an der Váci-Straße bietet Räume für religiöse Ausbildung und spirituelle Beratung, Unterrichts- und Begegnungsräume sowie eine Kapelle für fast 300 Personen. Im Erdgeschoss informiert die audiovisuelle Ausstellung „Was ist Scientology?“ über Glaubensgrundsätze und Praktiken, das Leben und Werk des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard sowie die von Scientologen unterstützten humanitären und sozialen Programme.

Seit der Eröffnung wurde das Gebäude auch für Veranstaltungen mit Besuchern außerhalb der Scientology-Gemeinde genutzt. Dazu gehörten Tage der offenen Tür, Konferenzen zur Drogenprävention, Menschenrechtsveranstaltungen, humanitäre Treffen und Gedenkveranstaltungen zum Holocaust.

Mindestens zweimal jährlich finden zudem Treffen zum interreligiösen Dialog statt. Vertreter und Mitglieder verschiedener religiöser Traditionen kommen dabei zusammen, um sich über gemeinsame Werte, friedliches Zusammenleben und gegenseitigen Respekt auszutauschen.

Zu den von Scientologen unterstützten Initiativen gehören das Drogenpräventionsprogramm „Die Fakten über Drogen“, „Youth for Human Rights International“ und „United for Human Rights“, „Der Weg zum Glücklichsein“ sowie die Scientology-Ehrenamtlichen Geistlichen. Die Programme befassen sich unter anderem mit Drogenprävention, Menschenrechtserziehung und praktischer Hilfe in Notsituationen.

Anlässlich des Jubiläums verwies Ivan Arjona, Vertreter der Scientology-Kirche bei der Europäischen Union, der OSZE, dem Europarat und den Vereinten Nationen, auf die gesellschaftliche Rolle von Religionsgemeinschaften. Eine Kirche werde nicht nur durch ihre Gottesdienste Teil einer Stadt, sondern auch durch ihre Beziehungen zu Nachbarn, Zivilgesellschaft und Menschen anderer Glaubensrichtungen.

Das Jubiläum erinnerte zugleich an die Entwicklung der Gemeinde von ihren Anfängen bis zum heutigen Kirchenzentrum. Mitglieder, die bereits Anfang der 1990er Jahre am Aufbau von Scientology in Ungarn beteiligt waren, feierten gemeinsam mit einer jüngeren Generation, die heute an den religiösen, bildungsbezogenen und gemeinnützigen Programmen teilnimmt.

Die Feierlichkeiten endeten mit einem Ausblick auf die kommenden Jahre. Das Gebäude an der Váci-Straße soll weiterhin als Zentrum des religiösen Lebens dienen und zugleich Raum für Bildungsangebote, humanitäre Aktivitäten, interreligiösen Dialog und Begegnungen bieten.